Das Texten fürs Web – schlecht bezahlt und trotzdem noch zu teuer

Viele Texter kennen das Problem, die Preise pro Wort sind so weit in den Keller gerutscht, dass es sich fast nicht mehr lohnt zu schreiben. Gerade durch die vielen Webseiten und Anbieter, die Contentvermittlung betreiben und damit die Preise drastisch senken, sinken die Preise immer weiter. Preise unter 0,9 Cent sind keine Seltenheit und sogar 0,7 Cent pro Wort sind bei einigen Anbietern drin. Leider bleibt dabei die Qualität auf der Strecke und die Webseitenbetreiber (Kunden) sind oft unzufrieden und müssen die Texte selber verbessern und überarbeiten. Das geht aber auch anders. Es muss nur ein fairer Preis bezahlt werden, dann steigen auch der Mehrwert und die Qualität der gelieferten Texte und Dokumente. Damit wiederum wird der Wert der Webseite oder der Umsatz des Betreibers erhöht, somit haben beide Seiten einen entsprechenden Nutzen davon und die Leser erhalten einen Mehrwert, den sie suchen. Der Weg sollte wieder zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis führen. Auch wenn es immer Texter geben wird, die den Preis unter ein Mindestmaß drücken und sich damit selber knechten.

Ein Rechenbeispiel:

Wenn 20 Wörter pro Minute getextet werden, was einem geringen Rechercheaufwand entspricht, und das für 1 Cent pro Wort abgerechnet wird, dann sind es 1200 Wörter in der Stunde und 1200 Cent = 12€ pro Stunde. 1200 Wörter in der Stunde sind hoch gegriffen, denn der Text muss nicht nur geschrieben werden, sondern er muss auch im Kopf entstehen. Abzüglich der Kosten für Strom, PC / Laptop, Büro, Schreibwaren, Internet und den Sozialversicherungen (Krankenkasse, Rente, usw.), natürlich muss der Rest auch noch versteuert werden, bleiben mit einer sehr optimistischen Rechnung circa 6€, also 50% der eigentlichen Einnahmen pro Stunde übrig.

Wer würde für 6€ die Stunde arbeiten? Fast niemand. Trotzdem werden für diesen Preis hochprofessionelle Texte erwartet. Deshalb fangen meine Preise erst bei 2 Cent pro Wort an, dabei bleiben dann circa 10€ bis 12€ pro Stunde, was für einen Selbstständigen nicht viel ist, aber es lohnt sich die Arbeit wenigstens und der Spaß bleibt nicht auf der Strecke. Dabei sind die Suche nach Auftraggebern und die Buchhaltung noch gar nicht mit in die Arbeitszeit eingerechnet.

Danke an alle Kunden und Auftraggeber, die dafür Verständnis haben.

Bitte last die Dumpingpreise!!!

 


Tagged:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.